Tontopf zum ersten Mal verwenden
Ein neuer Tontopf braucht vor seinem ersten Einsatz ein wenig Vorbereitung, und wie viel, hängt davon ab, ob er glasiert oder unglasiert ist. Gelingt das erste Garen, dankt es Ihnen der Topf über Jahre: mit gleichmäßiger Hitze, saftigen Braten und ohne die Risse, die entstehen, wenn man es zu eilig angeht.
Kurz gefasst: abwaschen, bei unglasiertem Ton wässern, dann das erste Gericht im kalten Ofen ansetzen und die Hitze langsam hochfahren. Der Rest sind Details.
Zuerst auspacken und abwaschen
Nehmen Sie den Topf aus der Verpackung und waschen Sie ihn von Hand in warmem Wasser ab, bevor er mit Lebensmitteln in Berührung kommt. Das entfernt Staub und Tonreste, die aus dem Brennofen zurückgeblieben sind.
Bei einem glasierten Topf genügt ein normales Abwaschen mit etwas Spülmittel. Die Glasur ist eine dichte, glasartige Oberfläche und nimmt weder Seife noch Gerüche an.
Bei einem unglasierten oder naturbelassenen Topf lassen Sie das Spülmittel weg. Roher Ton ist porös, er saugt das Seifenwasser auf und behält den Geschmack. Warmes Wasser und eine feste Bürste reichen völlig. Spülen Sie ihn gründlich ab und lassen Sie ihn dann an der Luft trocknen, oder gehen Sie gleich zum Wässern über, wenn Sie noch am selben Tag kochen.
Unglasierte Töpfe vor dem ersten Garen wässern
Diesen Schritt lassen viele aus. Unglasierter Ton steckt voller winziger Poren, und genau auf diese Poren kommt es an. Legen Sie den Topf (und den Deckel, falls vorhanden) vor dem Kochen in kaltes Wasser und lassen Sie ihn 15 bis 30 Minuten wässern. Dabei zieht das Wasser tief in die Tonwand. Oft steigen feine Bläschen auf, wenn die eingeschlossene Luft entweicht.
Im Ofen wird aus dem gespeicherten Wasser Dampf, der langsam durch das Gargut zieht. So begießt sich das Gericht gewissermaßen von selbst, das hält ein Hähnchen zart und bewahrt einen Eintopf davor, am Rand auszutrocknen. Ein trockener unglasierter Topf kann das nicht, und er brennt außerdem leichter an.
Die meisten wässern einen unglasierten Topf vor jedem Gebrauch, nicht nur vor dem ersten. Das dauert ein paar Minuten und macht beim Ergebnis einen echten Unterschied. Unsere naturbelassenen Tontöpfe sind genau für diese Verwendung gemacht.
Ein glasierter Topf muss überhaupt nicht gewässert werden. Die Glasur verschließt die Oberfläche, es gibt also keine offenen Poren zu füllen. Das Wasser läuft einfach ab. Kurz abspülen, und schon kann es losgehen. Bei einem teilglasierten Topf, auf einer Seite glasiert und auf der anderen roh, bringt das Wässern nur an der unglasierten Seite etwas, aber ein kurzes Bad hilft dennoch.
Wissen, welchen Topf Sie haben
Der Unterschied zwischen glasiert und unglasiert entscheidet fast alles über die erste Verwendung, deshalb lohnt es sich, genau zu wissen, welcher Topf da auf Ihrer Arbeitsplatte steht.
Unglasierter (naturbelassener) Ton sieht aus und fühlt sich an wie roher Erdboden: matt, leicht rau, ohne Glanz. Er atmet und nimmt Wasser auf, und genau das sorgt für dieses dampfige, langsam geschmorte Ergebnis. Dafür verlangt er ein wenig Pflege: vor dem Kochen wässern, danach gründlich trocknen.
Glasierter Ton hat eine glatte, oft farbige Schicht, die fest auf die Oberfläche gebrannt ist. Er nimmt kein Wasser auf und lässt sich leicht abwischen, was ihn im Alltag zum unkomplizierteren der beiden macht. Solche Töpfe finden Sie in unseren glasierten Töpfen mit Deckel und in unserem Sortiment zum Backen und Braten.
Keiner ist besser. Sie verhalten sich einfach unterschiedlich, und sobald Sie wissen, welchen Sie in der Hand halten, ergibt sich der Rest von selbst.
Das erste Garen: kalter Ofen, langsame Hitze
Ton mag keine plötzlichen Temperaturwechsel. Stellen Sie einen kühlen Topf direkt in den heißen Ofen, dehnt sich die Außenseite schneller aus als das Innere, das erzeugt Spannung in der Wand und kann sie zum Reißen bringen. Das ist der Temperaturschock, und er ruiniert einen guten Topf häufiger als alles andere. Ausführlich behandeln wir das im Ratgeber So vermeiden Sie einen Temperaturschock bei Tongeschirr.
Die Lösung ist einfach: Heizen Sie Topf und Ofen gemeinsam auf.
- Geben Sie das vorbereitete Gargut in den Topf und setzen Sie den Deckel auf.
- Stellen Sie den Topf in den kalten Ofen, bevor Sie ihn einschalten.
- Stellen Sie die Temperatur ein und lassen Sie den Topf zusammen mit dem Ofen langsam heiß werden.
Weil alles gemeinsam warm wird, gibt es keinen plötzlichen Schock und keine sprunghafte Ausdehnung. Das verlängert die Garzeit um ein paar Minuten, die Sie im Rezept einplanen können.
Eine feste Regel: Ton gehört nicht auf offene Flamme. Bräter und Backformen aus Ton sind für den Ofen gemacht, nicht für Gasflamme, Elektrokochfeld oder Induktionsplatte, wo die Hitze viel zu schnell auf eine einzige Stelle trifft. Sofern ein Produkt nicht ausdrücklich für den Herd angeboten wird, garen Sie ausschließlich im Ofen.
Abkühlen und Trocknen: auch das Ende zählt
Wenn das Gericht fertig ist, ist der Topf durch und durch heiß und bleibt bis zum Abkühlen empfindlich gegen Schock. Heben Sie ihn heraus und stellen Sie ihn auf ein Holzbrett oder ein zusammengelegtes Tuch, niemals direkt auf eine kalte Arbeitsplatte, einen Metalluntersetzer oder eine Steinfläche. Ein heißer Topf auf einer kalten Platte ist der Temperaturschock in umgekehrter Richtung. Aus demselben Grund gilt: kein kaltes Wasser in einen noch heißen Topf gießen und ihn nicht in die kalte Zugluft stellen.
Lassen Sie ihn in seinem eigenen Tempo abkühlen. Ist er kalt, können Sie ihn reinigen, nach denselben Regeln wie beim ersten Abwaschen: schonend bei unglasiertem, normal bei glasiertem Ton. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber So reinigen Sie unglasiertes Tongeschirr.
Trocknen Sie ihn dann vollständig, bevor Sie ihn wegräumen. Das ist bei unglasierten Töpfen am wichtigsten, denn feucht verstauter Ton kann muffig werden oder in den Poren Schimmel ansetzen. Lassen Sie ihn ein paar Stunden an einem luftigen Ort stehen, und wenn er einen Deckel hat, lagern Sie ihn ohne Deckel oder legen Sie ein Tuch zwischen Topf und Deckel, damit die Luft zirkulieren kann.
Kurz zur Sicherheit
Es ist verständlich, sich zu fragen, was in einem Material steckt, in dem man kocht. Unser Kochgeschirr wird von einem unabhängigen Labor auf die Abgabe von Blei und Cadmium geprüft, mit Ergebnissen deutlich unter den EU-Grenzwerten. Alle Einzelheiten samt der Prüfberichte finden Sie auf unserer Seite zu Sicherheit und Materialien.
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Häufige Fragen
Muss ich meinen Tontopf vor der ersten Verwendung wässern?
Nur, wenn er unglasiert ist. Wässern Sie einen naturbelassenen oder unglasierten Topf 15 bis 30 Minuten in kaltem Wasser, damit sich der poröse Ton mit Wasser füllt, das dann beim Garen das Gericht sanft bedampft. Ein glasierter Topf hat eine dichte Oberfläche, die nichts aufnimmt, ihm genügt ein Abwaschen.
Darf ich einen Tontopf direkt in den heißen Ofen stellen?
Nein. Beginnen Sie immer mit einem kalten Ofen und lassen Sie den Topf mit ihm zusammen heiß werden. Kühler Ton im heißen Ofen führt zum Temperaturschock: Die ungleichmäßige Ausdehnung setzt die Wand unter Spannung und kann sie zum Reißen bringen. Heizt man Topf und Ofen gemeinsam auf, lässt sich das vermeiden.
Woran erkenne ich, ob mein Topf glasiert oder unglasiert ist?
Unglasierter Ton ist matt und leicht rau, sieht aus wie roher Erdboden und saugt einen Wassertropfen an der Oberfläche auf. Glasierter Ton hat eine glatte, oft farbige, glänzende Schicht und lässt Wasser abperlen, statt es aufzunehmen. Ein teilglasierter Topf vereint beides: auf einer Seite glasiert, auf der anderen roh.
Soll ich meinen neuen Tontopf mit Spülmittel reinigen?
Bei glasierten Töpfen ja: etwas Spülmittel ist in Ordnung. Bei unglasierten Töpfen besser nicht. Der poröse Ton nimmt das Spülmittel auf und behält den Geschmack, deshalb leisten warmes Wasser und eine Bürste die bessere Arbeit. Unglasierte Stücke waschen Sie von Hand statt in der Spülmaschine.
Kann ich meinen Tontopf auf dem Kochfeld oder über einer Gasflamme verwenden?
Nur, wenn er ausdrücklich für den Herd angeboten wird. Die meisten Tontöpfe sind für den Ofen gemacht, wo die Hitze gleichmäßig ist. Eine offene Flamme oder ein Kochfeld erhitzt eine einzige Stelle zu schnell und kann den Topf zum Reißen bringen. Bei glasierten Töpfen hängt es von der Oberfläche ab, ob die Spülmaschine infrage kommt: Grundsätzlich empfehlen wir, alles Tongeschirr von Hand zu spülen. Glasierte Stücke vertragen zwar die Spülmaschine, doch das Handspülen erhält sie am längsten; unglasierte Stücke sind porös und dürfen keinesfalls hinein.




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